
Tour Eiffel, Metro, Champs Elysées, Couscous, Louvre, Notre Dame, Sainte-Chapelle, Conciergerie, les Grands Boulevards, Opéra, Chartier, les bouquinistes heißen die Stationen, an denen die Französisch-Kurse der 12. Jahrgangsstufe Paris entdeckten.
Am Freitag, dem 19. Februar, starteten in aller Frühe die beiden voll besetzten Busse in Richtung Paris, wo am frühen Nachmittag ein Spaziergang durch den futuristischen Parc de la Vilette, einen technischen Freizeitpark, einen ersten Eindruck des modernen Paris vermittelte; hier sollen Natur und Architektur, Muße und Kultur sich verbinden; die Planer und Bebauer dieses riesigen Volksparks auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofes bezeichnen ihn als Laboratorium der kulturellen Demokratisierung, in dem Kunst und Gesellschaft miteinander in einen Dialog treten.
Die Fahrt zum Abendessen bescherte der Metro-Station Porte de la Vilette erst einmal einen ungewohnten Andrang, als 70 ungeübte Metro-Benutzer ihr „mobilis"-Ticket zu lösen versuchten. Das Umsteigen in die Linie 8 erlaubte eine kurze Sicht auf die prachtvoll beleuchtete Opéra und einen flüchtigen Blick auf den feudalen Boulevard d'Italie.
Im Restaurant Le Vent de Sable waren bereits die Tische gedeckt und es gab mit Couscous eine beliebte französische Speise, die zugleich aber auch eine Spur in die französische Geschichte mit ihren Themen Kolonisation, Besiedlung und Befreiungskriege darstellt.
Der Abend hatte aber noch einen weiteren Höhepunkt zu bieten: Laute Ahs und Ohs ertönten, als sich ganz plötzlich der erhaben beleuchtete Eiffelturm präsentierte. Nicht viel Zeit blieb mehr für die Fotos einzelner Grüppchen vor dieser monumentalen Kulisse, schließlich lockte noch der Ausblick von der zweiten Plattform, der sich als noch eindrucksvoller erwies als erwartet, da das Wetter sich von nieselig am Nachmittag zu uneingeschränkt klar an diesem späten Abend gewandelt hatte.
Am folgenden Morgen bedurfte es schon ein wenig der Eile, um den Termin am Louvre wahrnehmen zu können, der – wie die meisten anderen – im Rahmen der Vorbereitung dieser Fahrt schon per E-Mail-Korrespondenz vereinbart worden war. Der französische Staat beharrt darauf, seine weltberühmten Sammlungen den Schülerinnen und Schülern aller Nationen kostenlos zu zeigen. Unter der sachkundigen Führung von Frau Fortmann erlebten unsere Frankreicherkundenden die Glanzpunkte abendländischer Kunst: die Venus von Milo und die Nike von Samothrake als die wohl berühmtesten Beispiele hellenistischer Kunst sowie – natürlich – die Mona Lisa, das wohl bekannteste Bild der Menschheitsgeschichte. Einen dritten Schwerpunkt dieser einfühlsamen Anleitung bildete das Werk alter Meister, die in großer Anzahl im Louvre zur Schau gestellt werden.
Für den Nachmittag war die Besichtigung dreier der „100 Monumente des Staates" organisiert, für die sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schon in der Vorbereitungsphase in drei Gruppen eingeteilt hatten: die Türme von Notre Dame, die Sainte Chapelle und die Conciergerie. Die Mühe der 422 Stufen zum Turm der Kathedrale wurde belohnt mit der Leichtigkeit des Schwebens über den Dächern von Paris; das klare Wetter verstärkte die Blendwirkung der grau-weißen Stadt und das Gefühl der eigenen Winzigkeit angesichts des unübersehbaren Häusermeeres. In der Sainte Chapelle faszinierten die farbigen Fenster, die das Innere dieser ehemaligen Palastkapelle der königlichen Residenz in einen Ozean bunten Lichtes tauchten und kaum noch Platz für steinernes Mauerwerk übrig ließen. Der Besuch in der Conciergerie, dem historisch bedeutsamen Gefängnis der Französischen Revolution, konfrontierte mit der Grausamkeit und der finsteren Atmosphäre vergangener Jahrhunderte.
Zum Abendessen traf man sich im Restaurant Chartier, um ein dreigängiges Menü zu sich zu nehmen: Œufs dur mayonnaise als Vorspeise, zum Hauptgang Poulet fermier roti frites und als Dessert Sorbet cassis. Beim Verlassen des völlig im Stile des 19. Jahrhunderts erhaltenen Restaurants fiel eine über hundert Meter lange Schlange auf Einlass wartender Menschen auf: ein erstaunlicher Beweis für die Popularität dieses historischen Speisesaales.
Am nächsten Morgen hatten die touristischen Zentren Montmarte und Sacre Cœur Gelegenheit, die von Eindrücken fast übersättigte Schülerschaft gefangen zu nehmen. Im Dunst bot sich die französische Metropole dar, der Eiffelturm war nur zur unteren Hälfte zu sehen, aber die Künstler auf der Place du tertre warben lebhaft und unermüdlich um Gelegenheit, ein Portrait anzufertigen oder eines der ausgestellten Bilder zu verkaufen. Wer noch nicht daran gedacht hatte, konnte hier Eiffeltürmchen in allen denkbaren Ausführungen erwerben oder weitere Elemente aus dem großen Intervall zwischen Kunst und Kitsch als Andenken mit nach Hause nehmen. Ein wenig wehmütig wurde es schon daran zu denken, dass es sich hierbei um die letzten Momente dieses intensiven Besuches handelte. Sechs Stunden Fahrzeit standen noch bevor, die dann in großem Stile zum Schlafen genutzt wurden.
Eines der Ziele dieser Kursfahrt der Französischkurse der 12. Jahrgangsstufe, Interesse an der Capitale de la France zu wecken, dürfte in vollem Maße erreicht worden sein.
On reviendra!
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